Geschichte

1969 trafen sich die ersten Reitenthusiasten beim Verleihstall von Rudi Reiter im Aufeldweg II. Bald fasste man den Entschluss, einen Reiterverein zu gründen, wobei man hoffte, dass die Stadt Grundstücke als Reitgelände zur Verfügung stellte und eventuell sogar den Verein finanziell unterstützte. Am 11. April 1969 war die Gründungsversammlung der Reitgemeinschaft Mannheim-Neckarau e.V.

Die Reitgemeinschaft blieb zunächst auf der Privatanlage von R. Reiter (Vorstand), bis sich unüberwindliche Schwierigkeiten mit ihm auftaten. Daraufhin zogen ein paar Reiterfreunde um – in einen Mietstall des Mannheimer Schlachthofes. Das Ausreitgelände war weit entfernt (Friedrichsfelder Wald). Zusammen mit dem Friedrichsfelder Reitverein kam man daher auf die Idee, für die 18 Pferde einen gemeinsamen Stall zu bauen, was auch in die Tat umgesetzt wurde. Ein paar Jahre später stellte sich die Frage, ob man die Reitgemeinschaft nicht ganz auflösen sollte, was jedoch auf erbitterten Widerstand stieß. In einer dramatischen Nachtsitzung am 3. August 1972 gelang es mit ganz wenigen Stimmen, die Auflösung zu verhindern. Noch in der gleichen Nacht wurde ein neuer Vorstand gewählt: Heinz Scheidel, damals gerade 25 Jahre alt; zweiter Vorsitzender und Schatzmeister wurde Friedrich Ziegler.

Bereits 1969 hatten sich einige Mitglieder an die Stadt gewandt, mit der Bitte, der Reitgemeinschaft die 13 ha große Fohlenweide zu überlassen, die zu der Zeit noch von der Seckenheimer Weidegenossenschaft verwaltet wurde. Die Bitte wurde abgelehnt. Man resignierte jedoch nicht, sondern stellte einen neuen Antrag – mit Erfolg. Am 1. April 1973 trat der Pachtvertrag zwischen der Reitgemeinschaft und der Stadt Mannheim in Kraft. Und dann ging es an die Arbeit…

Abgesehen von ein paar windschiefen Baracken, die nach notdürftiger Reparatur als Provisorium einige Zeit herhalten mussten, hatte der Verein nichts als eine grüne Wiese! An einem Samstag im Frühjahr 1973 wurden 46 (!) LKW-Ladungen altes Holz, Schutt und Gerümpel von dem Gelände abtransportiert. Der alte Stacheldrahtzaun wurde abgerissen, ein neuer Koppelzaun, der die Weidefläche in mehrere Koppeln teilte, wurde erstellt. Da die Pferde nicht in den alten Baracken stehen bleiben konnten, wurde im Sommer 1974 mit dem Bau eines neuen Stalles begonnen – unser heutiger Robuststall!

In den folgenden Jahren baute man fleißig weiter. Zunächst wurde der erste Großpferdestall in Angriff genommen, gefolgt vom Bau der großen Reithalle, deren Fertigstellung im Mai 1977 mit verschiedenen Auftritten der Reiter freudig gefeiert wurde.

Als nächstes stand der Bau des Springplatzes auf dem Programm, auf dem bereits 1979 das erste Freilandturnier stattfand. Im Frühjahr des gleichen Jahres wurde auch das Reiterstübchen in Betrieb genommen.

1982 war dann der zweite Großpferdestall fertig gestellt, 1984 feierte man den Dressurplatz. Da das Gedränge der Pferde, vor allem in den winterlichen Abendstunden, mit der Zeit zu groß geworden war, wurde 1989 mit dem Bau einer zweiten Reithalle begonnen (kleine Halle). Als letztes folgte 1993 der Bau des Stalls III.

Zusammengestellt von N.Schmidt